Angebot
Als Beratende von ZOFF OFF haben wir eine breite Ausbildung und Erfahrung im Umgang mit Konflikten und bringen die nötige Professionalität mit, um in verschiedenen Prozessen handlungsfähig zu bleiben. Unser sozialpädagogisches Know-how ist bei diversen Prozessen, sowie der Gestaltung und Umsetzung unserer Angebote immer wieder sehr hilfreich. Diese sind auf verschiedene Eskalationsstufen ausgelegt. Je nach Eskalationsgrad, Anzahl von Beteiligten und Komplexität arbeiten wir einzeln oder zu zweit.
Wir sind ortsunabhängig und suchen jeweils passende Räumlichkeiten in der Nähe des Auftrags. Unser geografischer Fokus liegt innerhalb der Ost- und Südostschweiz. Andere Regionen auf Anfrage.
Mediation ist ein strukturiertes, aussergerichtliches Konfliktbearbeitungsverfahren. Durch Unterstützung eines externen und allparteilichen Dritten (Mediator/Mediatorin) erarbeiten alle an einem Konflikt beteiligten Personen gemeinsam und eigenverantwortlich eine Lösung auf ein gemeinsames Ziel.
In einer Mediation wird durch Verhandeln und Übereinstimmung eine gemeinsame Konfliktregelung entwickelt. Ziel ist es, zu einer einvernehmlichen Vereinbarung zu gelangen, die den Bedürfnissen und Interessen aller Beteiligten entspricht.
Unsere Mediationsfelder:
- Mediation in Familie und Gesellschaft (Beziehung, Partnerschaft, Familie, Kinder)
- Angeordnete Mediationen (Kindesschutz, hochstrittige Elternkonflikte)
- Nachbarschaft & Wohnen (Lärm, Grundstücksgrenzen, etc.)
- Schulmediation (Schüler-Lehrpersonen, Lehrpersonen-Eltern, Gewaltprävention)
- Täter-Opfer-Ausgleich (auf Anfrage)
- Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt (Teams und deren Zusammenarbeit, Führungswechsel)
Oftmals ist es für zerstrittene Eltern schwierig, die Betreuung ihres Kindes einvernehmlich zu regeln. Das Zerwürfnis und die gegenseitigen Verletzungen sind einfach zu gross und verunmöglichen eine konstruktive Lösungsfindung. Diesen Konflikten sind die Kinder vielfach wehrlos ausgeliefert und sie werden zum Teil auch in diese Auseinandersetzungen mit hinein gezogen. Die Gefahr, dass das Kind und seine Bedürfnisse aus dem elterlichen Fokus geraten, ist gross.
Niemand kennt die Konfliktthemen besser als die Eltern. In der kinderorientierten Mediation, stehen dem Kindeswohl und Kindeswille verpflichtende, lösungsorientierte Gespräche im Zentrum. Dabei werden nachhaltige, kinderorientierte Kooperationen durch die Eltern entwickelt und Veränderungsprozesse, auch bei langjährig hochzerstrittenen Eltern, ermöglicht. Das Ziel ist gemeinsam mit ihnen massgeschneiderte Lösungen zu erarbeiten, welche die Ressourcen und Kompetenzen aller Beteiligten berücksichtigen. Das beinhaltet auch, dass Kinder wo immer möglich und sinnvoll in die Prozesse miteinbezogen, ihre Bedürfnisse berücksichtigt und in den Fokus gestellt werden.
Bei behördlich oder gerichtlich angeordneten Mediationen handelt es sich in der Regel um familienrechtliche Konflikte. Im Rahmen von Kindesschutzverfahren werden Mediationen aufgrund einer Gefährdungsmeldung initiiert und bewegen sich infolgedessen in einem klaren rechtlichen Rahmen. Der Beginn solcher Mediationen ist anfangs zwar oft unfreiwillig, der Prozess selbst basiert aber auf der Erarbeitung eigenverantwortlicher Lösungen.
Ziel ist die Deeskalation und Verbesserung der Kommunikation zum Wohle der Kinder, sowie die Aufhebung oder wenigstens Reduzierung der latenten Gefährdung des Kindes. Die zu bearbeitenden Themen beziehen sich ausschliesslich auf die Kinderbelange. Dabei wird der Fokus auf die Bedürfnisse der Kinder und die Übernahme elterlicher Verantwortung gelegt. In angeordneten Mediationen werden die Grundprinzipien der Mediation an den Kontext des Kindesschutzes angepasst.
Idealerweise werden Mediationen in einem Verfahren als vorsorgliche Massnahme angeordnet, bevor ein abschliessender behördlicher oder gerichtlicher Entscheid gefällt worden ist.
Mögliche Gründe für eine angeordnete Mediation sind:
- Gerichtsverfahren: Oft als vorsorgliche Massnahme während eines laufenden Verfahrens.
- Nach gescheiterten Versuchen: Wenn frühere Vermittlungsversuche erfolglos blieben.
- Obhutswechsel: als Unterstützung für die Eltern, aber auch zum Schutz vor neuen Eskalierungen.
- Zukunftsgerichtete Lösungen: Wenn nach einer Trennung die Elternebene geklärt werden muss.
- Detailklärung von gerichtlich oder behördlich verfügten Vereinbarungen: Das Konfliktpotenzial schlummert meist in den kleinen Dingen, welche in verfügten Vereinbarungen oft zu wenig detailliert geklärt werden können. Diese werden in der Mediation gemeinsam diskutiert und ausgehandelt. Beispiele dafür sind Abholsituationen, Elternmodell, Erziehungsstile, Ernährung, Bettzeiten, Umgang mit digitalen Medien, zusätzliche Kosten, Therapien für Kinder, etc.
- Hochstrittige Eltern: Bei eskalierenden Konflikten, wenn eine Einigung ohne externe Hilfe nicht mehr möglich ist.
- Kindesschutz: Wenn das Wohl der Kinder durch den elterlichen Streit gefährdet ist.
Die persönliche Beziehung spielt bei Konflikten eine wichtige Rolle und ist geprägt von vergangenen Sachverhalten. Oft sind schwierige Gefühle und emotionale Verletzungen starke Mitspieler im Prozess der Mediation. Sind die Fronten zwischen den Streitparteien zu verhärtet, kann das für eine gelingende Mediation hinderlich und Grund zum Scheitern sein. Klärungshilfe setzt genau dort an und versucht diese Fronten aufzuweichen indem angesprochen wird, was schwierig ist.
Sie ist eine spezialisierte, lösungsorientierte Methode der Mediation, welche den Fokus auf die emotionalen Verletzungen und daraus resultierend schwierigen Gefühle legt. Sie löst tiefsitzende zwischenmenschliche Konflikte auf konstruktive Art und Weise durch die Klärung von Fakten und Gefühlen. Sie fördert die direkte Kommunikation, um tragfähige Lösungen in Teams oder Beziehungen zu schaffen. Anders als in der klassischen Mediation werden schwierige Gefühle wie Neid, Wut, Hass, Scham, Enttäuschung, etc. aktiv angesprochen und deeskaliert.
Klärungshilfe gestaltet sich nach dem Ansatz: Vergangenheit verstehen, Gegenwart klären, Zukunft gestalten. Die Klärung bietet – im Interesse nachhaltiger Lösungen – Raum und Unterstützung für die Verständigung über die Geschichte eines Konflikts und über die mit dem Konflikt verbundenen starken Gefühle. Ziel sind nachhaltige Lösungen durch Klärung der eigentlichen Beziehungsprobleme statt nur der sachlichen Ebene.
Klären macht vor allem dann Sinn, wenn nach der Streitbeilegung nicht alle Brücken abgebrochen werden können oder sollen. (Elternschaft, Teams, Verwandtschaft, Hierarchiestufen und Arbeitsverhältnis, Schulen, bei strukturellen Themen, etc.) In der Konfliktklärung kann auch sichtbar werden, dass grundlegende Unvereinbarkeiten oder tiefe Verletzungen die künftige Zusammenarbeit unmöglich machen. Doch oft kann Klärungshilfe entscheidend dazu beitragen, dass Menschen wieder handlungsfähig werden.
Eine Klärung dauert in der Regel eineinhalb bis zwei aufeinanderfolgende Tage, in denen alle Beteiligten anwesend sind. Es finden keine getrennten oder mehrere kürzere Sitzungen wie bei der klassischen Mediation statt.
(Quelle: klaerungshelfer.net)
Peer-Mediation ist eine pädagogische Methode, um Konflikte zwischen Gleichaltrigen, sogenannten Peer-Groups, aufzuarbeiten und zu lösen.
Diese Methode befähigt Schülerinnen und Schüler, ihre Konflikte selbständig und konstruktiv zu lösen. Sie basiert auf der Haltung der Mediation und der Erfahrung, dass Schüler oder Jugendliche gleichen Alters untereinander – in der sogenannten Peer-Group – oft einfacher miteinander sprechen können, als mit Lehrern, Erziehern oder der Schulleitung.
Um die Peer-Mediation an einer Schule anwenden zu können, müssen vorab geeignete Schüler zu sogenannten „Peers“ oder Streitschlichtern ausgebildet werden. Dies erfolgt auf freiwilliger Basis.
Während der Ausbildung zum streitschlichtenden Peer eignen sich Schüler nebst der Methodik auch soziale und emotionale Kompetenzen an. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen und demokratische Entscheidungen zu treffen. Die Peer-Mediator/innen werden dadurch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt und entwickeln und erweitern ihre Konfliktfähigkeit. Darüber hinaus können durch die Ausbildung und die konfliktregelnden Tätigkeiten auch der Selbstwert und die Selbstwirksamkeitserfahrungen der Jugendlichen gesteigert werden.
Die Installation der Peer-Mediation an Schulen (oder in anderen Institutionen) findet auf zwei Ebenen statt.
Ausbildung von Schülerinnen und Schülern zu Peer-Medianden. Sowie die Schulung von Lehrpersonen zu Peer-Coaches. Sie begleiten die Peers am Schulstandort, unterstützen in Form von Fallbesprechung, etc. und stehen bei Fragen und Anliegen zur Verfügung.
Auswirkungen der Peer-Mediation an Schulen
Peer-Mediationen wirken sich positiv auf das soziale Klima an der Schule aus. Schulleitungen und Lehrkräfte profitieren von dieser Methode. Sie werden durch die Peer-Mediation entlastet, da die Schüler ihre Konflikte eigenständig aufarbeiten und lösen können. Auch wird dadurch eine gemeinsame Haltung und Handlungsweise in Konfliktsituationen definiert. Einige Schulen nutzen die konsensuale Mediationsmethode auch zur Gewaltprävention, da das Mediationsverfahren Toleranz übt und die Konfliktfähigkeit fördert. Nicht zuletzt kann die Peer-Mediation bei den Schülern für mehr Rechtsbewusstsein sorgen, sowie Mobbing und Eskalationen entgegen wirken.
Das Besondere an der Idee des Familienrats ist, dass die Erarbeitung von Lösungen bei schwierigen familiären Situationen in die Hände der Familie gelegt wird und sich dabei Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf Augenhöhe begegnen. Es wird auf ein Netz von Personen aus ihrem sozialen Umfeld (Verwandte, Freunde, Nachbarn, Vereine, Schule, Fachleute usw.) zurückgegriffen, während sich die Fachkräfte darauf beschränken, das Verfahren anzuregen, zu unterstützen und die erarbeiteten Lösungen zu überprüfen.
Grundidee:
- Eine Familie ist in einer schwierigen Situation in der Lage, eigene Ideen und Lösungen für eine gute Zukunft zu erarbeiten und umzusetzen. Dafür aktiviert sie ein eigenes Netzwerk und lädt zum Familienrat ein.
- Die Rechte von Kindern und Jugendlichen werden durch ihre Teilnahme praktisch verwirklicht.
- Mit den Ideen, Möglichkeiten und Ressourcen aller Beteiligten im Familienrat wird ein konkreter und verbindlicher Plan für die Zukunft erstellt.
- Für eine erfolgreiche Umsetzung des Familienrats unterstützen speziell in dieser Funktion geschulte und unabhängige Koordinator/Innen die Familie bei der Vorbereitung und Durchführung.
- Grundvoraussetzung ist die Bereitschaft zur Zusammenarbeit
Geeignete Felder sind beispielsweise
- Nachbarschaft
- Kinder- und Jugendhilfe
- Schulsozialarbeit
- Jugendzentren, offene Jugendarbeit
- Alten- und Krankenpflege (Pflege von Angehörigen regeln)
- Kindertagesstätten, Horte
- Kirchen
- Vereine und Verbände
- Wohnheime für Kinder/Jugendliche
- Jugendgericht
- Familienhilfe und KESB
Das könnten geeignete Themen für einen Familienrat sein:
- Betreuung eines Angehörigen (Betreuung, Pflege, Unterstützung)
- Erkrankung eines Elternteils (Betreuung Kinder)
- Überforderungssituation der Eltern
- Verhaltensauffälligkeiten/Entwicklungsauffälligkeiten der Kinder
- Sorgerechts- und Besuchsrechtsfragen
- Reintegration nach Heimaufenthalt oder Strafvollzug
- Zusammenarbeit Schule-Eltern-Kind (Schulverweigerung, Delinquenz, Probleme mit Hausaufgaben, etc.)
- Schul- und Leistungsprobleme
- Schulabbruch
- Übertritt in die Volljährigkeit
- Berufliche Wiedereingliederung
- Akute Krisensituationen
- Finanzielle Probleme
(Quelle: fairaend.de und vestrum.net)
Während einem Familienrat bieten wir bei Bedarf eine professionelle Kinderbetreuung an, um auch Personen die alleinerziehend sind, kein entsprechendes soziales Umfeld oder gerade keine Kinderbetreuung für dieses Datum haben, eine Teilnahme am Familienrat zu ermöglichen.
Der Prozess des Familienrates kann auch ausserhalb vom Familiensetting, in Form von Netzwerkerweiterung oder proaktiver Lösungsfindung, Perspektivenerweiterung bei Projekten, etc. hilfreich sein. Bedingung dabei ist, dass eine klare Problemdefinition und Fragestellung vorhanden ist und die Beteiligten in der Lage sind, sich auf Augenhöhe zu begegnen.
Eine bewegungs- und erlebnisorientierte Methode zur Gewaltprävention und Förderung der Fähigkeit von Jungen, die eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Rechte zu erkennen und selbstbewusst zu kommunizieren, ohne dabei die Rechte anderer zu verletzen.
In verschiedenen Übungen, Ritualen und Spielen werden Achtsamkeit, Wahrnehmung von Grenzen sowie der „innere Schiedsrichter“ trainiert.
In Jungs-Gruppen (idealerweise 6 -12) werden Werte und Verhalten entwickelt, welche für im allgemeinen Umgang wichtig sind. Ein paar Beispiele:
- Fairplay
- Respekt
- Spass geht vor
- miteinander Kämpfen, nicht gegeneinander
- Siege feiern, ohne Abwertung des Unterlegenen
Die Methode der Kampfesspiele® eignet sich bestens für den Schulkontext während mehreren Einheiten im Sportunterricht (Doppellektionen), oder auch in Heimen.
Prävention: Sozialkompetenztrainings und Gewaltprävention
Intervention: bei akuten Konflikten, Ausgrenzung, Auslachen, Grenzüberschreitung, Gewaltvorfälle
mögliche Ziele: Konflikte in der Klasse fair lösen/ Spass und Ernst unterscheiden können/ gewalttätiges Verhalten reduzieren/ Ausgrenzung und Auslachen reduzieren / Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglichen/ Selbstbehauptungskompetenzen fördern/ Sozialkompetenzen entwickeln/ eigene und fremde Grenzen wahrnehmen und respektieren
